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Auberge de Castille
Acht Nationen, acht Häuser, ein Orden
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Guide to Auberge de Castille
Die Auberge de Castille ist die schönste Barockfassade Maltas und der Amtssitz des Premierministers, was heißt: bewundern ja, betreten nein. Sie wurde für die Zunge von Kastilien, León und Portugal gebaut, eines der acht nationalen Häuser, in die sich der Johanniterorden aufteilte.
Was eine Auberge war
Die Johanniter waren keine Nation, sondern europäische Adlige — Franzosen, Italiener, Spanier, Portugiesen, Deutsche, Engländer —, die religiöse Gelübde abgelegt hatten und einem Ritterorden beigetreten waren. Damit sie sich nicht gegenseitig zerfleischten, war der Orden in acht Zungen gegliedert, nach Sprache und Herkunftsregion.
Jede Zunge hatte ihre eigene Auberge: Herberge, Messe und Hauptquartier in einem Gebäude. Jede hielt außerdem dauerhaft ein bestimmtes Staatsamt. Die italienische Zunge stellte stets den Admiral der Flotte, die französische den Hospitalier, der das Spital leitete, und diese hier, Kastilien, León und Portugal, den Kanzler.
Die Fassade, und das Ego dahinter
Girolamo Cassars Bau aus den 1570er Jahren war schlichter und sichtbar militärischer. Was heute hier steht, ist ein Umbau von etwa 1741 unter Großmeister Manuel Pinto da Fonseca, einem portugiesischen Ritter mit beträchtlicher Meinung von sich selbst und dem Geschmack, sie zu tragen.
Das Ergebnis wölbt sich in der Mitte nach außen, als würde das Gebäude einatmen: ein großer geschwungener Giebel über der Tür, gemeißelte Waffentrophäen, steinerne Girlanden und Pintos eigene Büste über dem Eingang. Die beiden Treppenläufe, die zur Tür hinaufschwingen, erfüllen keinerlei Verteidigungszweck.
St. James Cavalier, auf der anderen Seite des Platzes
Der niedrige, wuchtige Steinblock gegenüber ist St. James Cavalier, eine in den 1560er Jahren über die Mauern erhobene Geschützplattform, damit die Artillerie über die Befestigungen hinwegfeuern konnte. Durch das zwanzigste Jahrhundert stand er weitgehend leer.
Im Jahr 2000 wurde er ausgehöhlt und zu Maltas Zentrum für Kreativität, mit Kino, Theater und Galerien im alten Geschützdeck. Der Eintritt ins Gebäude ist frei, und die Wendelrampe im Inneren, gebaut, um Kanonen zu den Geschützen hinaufzuziehen, lohnt den Umweg.
What to look at
- Die Büste von Großmeister Pinto über dem Hauptportal und die ringsum gemeißelten Waffentrophäen
- Die beiden Treppenläufe, die zum Eingang hinaufschwingen: reines Theater, ohne Verteidigungszweck
- Der Maßstabswechsel: militärisches Mauerwerk auf der einen Seite des Platzes, Hofarchitektur auf der anderen
Practical
- Zugang
- Regierungsgebäude, nur von außen. St. James Cavalier gegenüber ist frei zugänglich.
- Fototipp
- Das beste Licht auf der Fassade gibt es am mittleren bis späten Nachmittag.
Walk to stop 07 · Upper Barrakka Gardens
Follow the mapped walking line via Castille Place, Castille Street to the next listening point.
About 3 min · 155 m